Persönliche Seite

Über mich und mein Therapieverlauf

64 Jahre, seit 2017 im Krebsstadium IV. Über neun Jahre Diagnostik, Therapie und Alltag mit einem de-novo, polymetastasierten Prostatakarzinom.

Wichtiger Hinweis: Dieser Verlauf zeigt ausschließlich meine individuellen Therapie-Entscheidungen. Er ist keine Therapieempfehlung. Jeder Patient muss seine eigene Strategie – auf Basis von Tumorbiologie und Tumorstadium – gemeinsam mit seinen behandelnden Ärztinnen und Ärzten (Urologie und Onkologie) festlegen.

Mein Name ist Rudolf, ich lebe in Truchtlaching zwischen Traunstein und Rosenheim, im oberbayerischen Chiemgau nahe der Alz. Ich bin kein Arzt und kein Mediziner, sondern selbst langjähriger Prostatakrebs-Patient. Alles, was ich hier teile, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und gesammelten Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung.

seit 2017
Krebsstadium IV
Gleason 9
iPSA 59,64 · pT3a · cM1b
PSA 0,00
seit 07.11.2017
9+ Jahre
lückenlose Krebsbehandlung

Diagnosen

De-novo, polymetastasiertes, hormonsensitives Prostatakarzinom

Palliativbehandlung · Gleason-Score 9 · iPSA 59,64 · Pn1 · pT3a · cM1b · High Volume · High Risk · bis heute im mHSPC-Stadium

Erstdiagnose im Juli 2017, mit 55 Jahren – zu diesem Zeitpunkt bereits Knochenmetastasen in der gesamten Brustwirbelsäule, im Becken und in den Rippen. Seither durchgehende Palliativbehandlung: Operation des Primärtumors, mehrere Bestrahlungsserien, ununterbrochene Hormontherapie sowie begleitende Knochen- und Schmerztherapie.

Aktuelle Laborwerte liegen seit November 2017 bei PSA 0,00, auch CEA, CGA, NSE, LDH und AP sind unauffällig. Schmerzen in Becken, Wirbelsäule, Rippen und Oberschenkeln sind derzeit ohne Opiate unter Kontrolle; nur noch gelegentlich wird Novaminsulfon gegen Schmerzen und Etoricoxib gegen Entzündungen benötigt. Nach über neun Jahren Hormontherapie besteht eine sehr ausgeprägte Hitzeintoleranz.

Fibrosierende Alveolitis unklarer Genese

Am ehesten postradiogene Pneumonitis · vermutete Ursachen: wiederholte Metastasen-Bestrahlungen im Thorax und langjährige Abirateron-Therapie

Im Juni 2021 traten ein Lungenödem und zunehmende Atemnot auf. Die formale Erstdiagnose der Lungenfibrose erfolgte im Februar 2025, mit 63 Jahren. Seither wird die Lungenfunktion regelmäßig kontrolliert:

  • 02/2025: Totale Lungenkapazität 63 % (4,82 l), maximale Vitalkapazität 63 % (3,11 l)
  • 08/2025: Totale Lungenkapazität 71 % (5,55 l), keine wesentliche Einschränkung der Diffusionskapazität
  • 04/2026: Totale Lungenkapazität 74 % (5,75 l), kein Nachweis einer Obstruktion, aber maximale Vitalkapazität nur noch 64 % (3,13 l)

Nach mündlicher Einschätzung des behandelnden Pneumologen (08/2025) besteht die Möglichkeit, dass sich die Lungenfunktion nicht weiter verschlechtert, falls die Ursache tatsächlich in den wiederholten Strahlentherapien und/oder der langjährigen Abirateron-Behandlung liegt. Aktuell treten keine Dyspnoe-Attacken mehr auf, die Ausdauer bleibt jedoch sehr begrenzt.

Berufsausbildung

  • 1983–1985: Ausbildung als DV-Kaufmann (Datenverarbeitungskaufmann)
  • 1984–1985: Industriepraktikum
  • 1994–1995: Ausbildung als Netzwerkspezialist
  • 2000–2001: Ausbildung für Ausbilder

Hobbys und Interessen

Webdesign, Computer und KI; Lesen, Weltgeschichte und Philosophie (Stoa); Schach und Brettspiele; Musik hören (Blues, italienische Musik, gemischte Playlists); Landschaftsfotografie und Bildbearbeitung; außerdem Prostatakarzinom als Thema und Psychologie; früher auch Kricket, Boule und Baden.

Alles bedauerlicherweise nur noch so weit wie gesundheitlich möglich.

Webdesign & KI Weltgeschichte Stoa & Philosophie Schach Blues & Musik Landschaftsfotografie Psychologie
Wichtiger Hinweis: Auch dieser Verlauf zeigt ausschließlich meine individuellen Therapie-Entscheidungen und ist keine Therapieempfehlung. Jeder Patient muss seine eigene Strategie mit seinen Ärztinnen und Ärzten festlegen.

Ausgangslage & Rente

Seit April 2017 erhalte ich rückwirkend eine volle, unbefristete Erwerbsminderungsrente – aufgrund weiterer dauerhafter Gesundheitsstörungen neben der Krebserkrankung: einer Retinopathie mit nur noch 5 % Restsehleistung am rechten Auge, Taubheit am linken Ohr mit Tinnitus, chronischer Pankreatitis, Psoriasis vulgaris sowie einer Funktionsbehinderung beider Kniegelenke.

Seit November 2017 besteht zudem eine 100 % unbefristete Schwerbehinderung mit den Merkzeichen G und B, zusammengesetzt aus mehreren Einzel-GdB-Werten – allein für das Prostatakarzinom mit Knochenbeteiligung mit 100 %.

Überblick nach Therapiebereichen

Operationen

6 Eingriffe unter Vollnarkose zwischen 2017 und 2024, darunter die radikale Prostatektomie mit Lymphadenektomie, eine Lymphozelen-Fensterung sowie eine Operation an der Wirbelsäule wegen Spinalkanalstenose.

Strahlentherapien

Mehrere Bestrahlungsserien mit über 100 Einzelsitzungen zwischen 2018 und 2024 – Knochenmetastasen in Becken, Brustwirbelsäule und Rippen, die Prostataloge und Samenblase sowie eine prophylaktische Bestrahlung gegen Gynäkomastie.

Hormontherapien

Durchgehende Hormontherapie seit 2017: kurzzeitig Bicalutamid, seit fast 9 Jahren Leuprorelin, dazu 40 Monate Abirateron und ein kurzer, wegen starker Nebenwirkungen abgebrochener Versuch mit Apalutamid.

Sauerstoff- & Schmerztherapie

6 Monate Langzeit-Sauerstofftherapie 2021, seit 2019 durchgehende Schmerztherapie mit wechselnden Opioiden und Begleitmedikation, seit 2024 überwiegend mit Bedarfsmedikation statt Dauertherapie.

Chronologischer Verlauf

Diagnostik / Verlauf Operation Lunge / Atmung
2017
05/2017
Laborwert iPSA 59,64 ng/ml.
07/2017
Erstdiagnose Prostatakarzinom (C61 G) mit metastasenverdächtigem, erhöhtem Osteometabolismus im Schädel, in den Rippen links und im linken Darmbein. Beginn einer dauerhaften Palliativtherapie eines de-novo, high-volume, polymetastasierten Prostatakarzinoms.
07/2017–08/2017
Hormonbehandlung mit Bicalutamid (Casodex®), 1½ Monate.
07/2017–heute
Hormonbehandlung mit Leuprorelin (Leuprone®).
10/2017
Radikale, retropubische Prostatektomie (RRP) mit pelviner Lymphadenektomie (18 entfernte Lymphknoten) – auf eigenen ausdrücklichen Wunsch, ein experimenteller, leitlinienferner Ansatz, den zwei Urologen zuvor abgelehnt hatten. Befund: pT3a, Gleason 4(90 %)+5(10 %)=9, Epstein-Grad 5, Pn1 pN0 Mx R1. Danach vier Wochen Katheter sowie eine postoperative Wunddehiszenz; zudem eine große pelvine Lymphozele als Notfall.
11/2017
Lymphozelen-Fensterung mittels Mini-Laparotomie.
11/2017
Beginn der Schwerbehinderung (100 %, Merkzeichen G und B) und Start der antiresorptiven Therapie mit Denosumab, 9 Gaben bis März 2019 – auf eigenen ausdrücklichen Wunsch.
2018
03/2018–07/2021
Hormonbehandlung mit Abirateron (Zytiga®), 40 Monate – auf eigenen ausdrücklichen Wunsch.
03/2018
Bestrahlung einer Knochenmetastase im linken Becken nach zunehmenden Schmerzen (30 Gy in 10 Sitzungen).
04/2018–05/2018
Bildgebender Progress trotz PSA <0,01 ng/ml; zahlreiche neue ossäre Herde in mehreren Wirbelkörpern festgestellt.
06/2018
Palliative Bestrahlung fast der gesamten Brustwirbelsäule (40 Gy in 20 Sitzungen, Boost einzelner Herde auf 46 Gy) – als Maximalprogramm auf eigenen ausdrücklichen Wunsch, gegen die Einschätzung des Strahlenzentrums, das keine Prognoseverbesserung erwartete. Ziel war es, das Frakturrisiko der Wirbelsäule und eine drohende Querschnittslähmung zu vermeiden.
08/2018
Anhaltende PSA-Remission, bildgebend stabile Situation.
09/2018
Bestrahlung der Tumorreste in Prostataloge (66 Gy) und Samenblase (54 Gy) trotz Polymetastasierung und R1-Situation – ebenfalls auf eigenen ausdrücklichen Wunsch und gegen die fachliche Einschätzung, um spätere lokale Komplikationen zu vermeiden.
10/2018
Zwei kurze Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit der Bestrahlung, u. a. wegen Flanken- und Rückenschmerzen bei chronischer Pankreatitis.
12/2018
Prophylaktische Bestrahlung beider Brüste gegen Gynäkomastie (15 Gy in 5 Sitzungen).
2019
04/2019
Operation am rechten Sprunggelenk (nicht krebsbedingt).
05/2019–01/2022
Antiresorptive Therapie mit Zoledronsäure (Zometa®), 11 Gaben.
07/2019
Bestrahlung zweier Rippenmetastasen (5. und 7. Rippe links, 40 Gy) nach zunehmenden Schmerzen – auf eigenen ausdrücklichen Wunsch.
09/2019
Palliativaufenthalt in Bad Trissl zur Symptomlinderung nicht mehr ambulant beherrschbarer Schmerzen und zur psychosozialen Betreuung. Danach kurzzeitiger Kontakt zur SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) des Netzwerks Hospiz Traunstein.
09/2019–heute
Beginn einer dauerhaften Schmerztherapie mit Hydromorphon retard sowie Begleitmedikation.
02/2020
Notfallaufnahme wegen chronischer Obstipation unter der Opioidtherapie.
2021
02/2021
Operation zur Schilddrüsenentfernung (nicht krebsbedingt).
06/2021
Notfallaufnahme mit Lungenödem und zunehmender Atemnot. Blutgasanalyse: paO2 47,6 mmHg, maximale Sauerstoffaufnahme mit 11 ml/kg sehr niedrig; osteoplastische Metastasen konnten nicht sicher ausgeschlossen werden.
07/2021–12/2021
Sechs Monate mobile Langzeit-Sauerstofftherapie bei fortschreitender Atemnot.
07/2021
Notfallaufnahme wegen Dekompensation und Hypokaliämie unter der Abirateron-Therapie, die daraufhin nach 40 Monaten beendet wird.
09/2021–11/2021
Hormonbehandlung mit Apalutamid (Erleada®), 3 Monate – auf eigenen ausdrücklichen Wunsch, aber mehrfach kurzzeitig pausiert wegen sehr starker Gelenk- und Knochenschmerzen sowie ungewollt schnellem Gewichtsverlust von rund 15 kg in 2½ Monaten.
09/2021
Verstärkte Schmerztherapie mit zusätzlichen Schmerzinfusionen (plus Kortison) in der Orthopädie.
09/2021
Operation wegen absoluter Spinalkanalstenose LWK 3/4. Danach sechs Wochen mit Stützorthese, Bewegungseinschränkungen und einer von der Krankenkasse bewilligten Haushaltshilfe.
2022–2023
03/2022
CT zeigt das Bild einer Vollremission ohne Anhalt für Lokalrezidiv oder neue Metastasierung, bei unveränderten osteoplastischen Veränderungen am Becken sowie einzelnen leichten pulmonalen Auffälligkeiten.
2022–2023
PSA bleibt durchgehend unter der Nachweisgrenze bei 0,00 ng/ml.
07/2023
Knochenszintigrafie zeigt einen rückläufigen, teils nahezu unauffälligen Osteometabolismus in den bekannten Herden.
07/2023
CT zeigt zusätzlich granulomtypische Lungenveränderungen sowie multiple osteolytische Veränderungen an der Wirbelsäule und vereinzelte Sklerosierungen an den Rippen.
2024
02–03/2024
Operation zur Implantatversorgung (Genesis®).
05/2024
CT bestätigt eine stabile Erkrankung: kleine osteolytische Läsionen an der Wirbelsäule unverändert, kein Nachweis eines lokalen Rezidivs, keine Lymphknoten- oder Organmetastasen, kein ossärer Progress.
06/2024
Erneute Knochenaufbau-Therapie mit Zoledronsäure sowie Re-Bestrahlung der Rippenmetastasen (5., 6. und 7. Rippe links, 30 Gy in 15 Sitzungen).
09/2024
Kurzzeitig Buprenorphin-Pflaster wegen Rippenschmerzen sowie kurzzeitig Opipramol.
10/2024
Knochendichtemessung weiterhin im grünen Bereich. Tumormarker leicht erhöht: CEA 8,4 mg/dl, NSE 17,1 µg/l, LDH 358 U/l.
11/2024
CT zeigt flächige Milchglastrübungen über beiden Lungenflügeln mit feinretikulären Veränderungen. Magen- und Darmspiegelung ohne auffälligen Befund.
12/2024–05/2025
Wiederholt teils schwere Dyspnoe-Attacken in Stresssituationen, vermutlich als Folge der Re-Bestrahlung der Rippenmetastasen.
2025
02/2025
Diagnose einer fibrosierenden Alveolitis unklarer Genese (J84.10 G). Totale Lungenkapazität nur noch 63 % (4,82 l), maximale Vitalkapazität 63 % (3,11 l). Als mögliche Ursachen gelten die langjährige Abirateron-Therapie und die umfangreichen Bestrahlungen im Thoraxbereich.
02/2025
Erneute Notfallaufnahme wegen akuter Atemnot, kurzzeitig Lorazepam zur Beruhigung.
08/2025
CT zeigt weitere Osteolysen an mehreren Brust- und Lendenwirbelkörpern sowie Sklerosierungen am Becken. Die Lungenveränderungen werden nun eher als postradiogene Pneumonitis eingeordnet, nicht als typische fortschreitende Lungenfibrose. Totale Lungenkapazität steigt auf 71 % (5,55 l), ohne wesentliche Einschränkung der Diffusionskapazität.
10/2025
Deutlich verbesserte Atmung, seit Monaten keine Dyspnoe-Attacken mehr – die Möglichkeiten weiterer Bestrahlung im Thoraxbereich sind damit aber ausgeschöpft.
2026
2026
PSA weiterhin unter der Nachweisgrenze bei 0,00 ng/ml.
04/2026
Lungenfunktion erholt sich weiter: pO2 72,1 mmHg, totale Lungenkapazität 74 % (5,75 l), kein Nachweis einer Obstruktion oder Diffusionsstörung. Die maximale Vitalkapazität bleibt jedoch bei 64 % (3,13 l).
aktuell
Schmerzen sind größtenteils ohne Schmerzmittel unter Kontrolle, nur noch sporadisch wird Bedarfsmedikation benötigt. Lückenlose Krebsbehandlung seit nun über 9 Jahren.

Medikamente & Begleittherapien im Überblick

Hormontherapie

Bicalutamid (7–8/2017, ohne Nebenwirkungen) · Leuprorelin (seit 7/2017, Nebenwirkungen: Hitzewallungen, Temperaturempfindlichkeit, Müdigkeit, Hautveränderungen) · Abirateron (3/2018–7/2021, Nebenwirkungen: Lungenödem, progrediente Dyspnoe, exogen-allergische Alveolitis, starke Gewichtszunahme über 20 kg) · Apalutamid (9–11/2021, starke Gelenk- und Knochenschmerzen, schneller Gewichtsverlust).

Antiresorptive Therapie

Denosumab, 9 Gaben (11/2017–3/2019) und Zoledronsäure, 12 Gaben (5/2019–1/2022 sowie 6/2024), zur Verlangsamung des Knochenmetastasenwachstums und Reduktion von Skelettkomplikationen.

Schmerztherapie

Hydromorphon retard (9/2019–8/2023) und kurzzeitig Buprenorphin-Pflaster (9–10/2024) als Basistherapie, Palladon akut für Durchbruchschmerzen; begleitend Pregabalin, Metamizol, Etoricoxib, Naproxen sowie zur Beruhigung Amitriptylin, Opipramol und kurzzeitig Lorazepam.

Stationäre Versorgung

15 stationäre Aufenthalte insgesamt: 13 Krankenhausbehandlungen (2017–2024), eine stationäre Reha in Bad Feilnbach (11–12/2017) und eine Palliativstation in Bad Trissl (9/2019), ergänzt durch eine kurzzeitige ambulante SAPV-Betreuung.

Mögliche nächste Schritte bei Verschlechterung

Für den Fall einer Progression des Prostatakarzinoms kommen folgende Therapien in Betracht:

1. Talazoparib/Enzalutamid

Schnell verfügbar; würde Zeit verschaffen, um eine Lutetium-177-Therapie in Ruhe zu beantragen und zu planen.

2. Lutetium-177 (+ Enzalutamid)

Radionuklidtherapie als nächster größerer Schritt.

3. Bipolare Androgentherapie (BAT)

Dürfte auch außerhalb einer Studie auf eigenen Wunsch und eigenes Risiko möglich sein.

4. Xofigo (Radium-223) oder Actinium-225-PSMA

Alternative Radionuklidoptionen, mit Hoffnung auf künftige Zulassung von Wirkstoffen wie VIR-5500 oder Xaluritamig (jeweils voraussichtlich ab 2030).

Docetaxel wird als Option gesehen, primär um leichter Zugang zu Folgetherapien zu erhalten – erscheint aber aufgrund der Lungenfibrose vermutlich nicht durchführbar. Eine Studienteilnahme (z. B. Xaluritamig) ist wegen der Lungenfibrose und des metastasenverdächtigen Schädelbefunds voraussichtlich ebenfalls nicht möglich.

Mögliche Ansätze bei Verschlechterung der Lungenfibrose

Sowohl eine Studienteilnahme als auch eine Lungentransplantation scheiden aus, da das metastasierte Prostatakarzinom in beiden Fällen ein Ausschlusskriterium darstellt. Folgende Wirkstoffe könnten die Fibrose theoretisch verlangsamen, aber nicht heilen:

Pirfenidon

Hemmt entzündungs- und wachstumsfördernde Botenstoffe (Zytokine) und dämpft dadurch Bindegewebsbildung und Fibroblasten-Vermehrung.

Nintedanib

Tyrosinkinase-Inhibitor, blockiert Rezeptoren für Wachstumsfaktoren (PDGF, FGF, VEGF), die die Vermehrung von Bindegewebszellen antreiben.

Nerandomilast (Jascayd®)

Erstes neues Medikament seit über einem Jahrzehnt; blockiert das Enzym PDE4B, wirkt entzündungshemmend und ist magenschonender als ältere Therapien. Zulassung in den USA Ende 2025, in der EU im Juli 2026.

Darüber hinaus werden mehrere Wirkstoffe derzeit in Studien geprüft, unter anderem Deupirfenidon (Phase-IIb-Studie ELEVATE-IPF mit vielversprechenden Zwischenergebnissen zum Erhalt der Lungenfunktion), der LPA1-Rezeptor-Antagonist Admilparant, inhalatives Treprostinil sowie frühe Ansätze zur Hemmung von Interleukin-11. In der Grundlagenforschung werden zudem regenerative Ansätze untersucht, etwa Senolytika (Dasatinib plus Quercetin) zum gezielten Abbau gealterter, vernarbungsfördernder Zellen, IL-11-Antikörper, eine inhalierbare mRNA-Therapie zur Reaktivierung der Telomerase sowie der NK-Zell-reaktivierende Antikörper Monalizumab und der orale Wirkstoff GRI-0621.