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DaVinci Single-Port-Operationssystem

bei Prostatakrebs

Das DaVinci Single-Port-Operationssystem entfernt die Prostata bei Prostatakrebs besonders schonend. 
Statt mehrerer Schnitte reicht ein einziger, etwa 2,5 cm langer Schnitt unter dem Bauchnabel. 
Der Chirurg steuert die Roboterarme von einer Konsole aus. Das sorgt für weniger Schmerzen und eine schnellere Genesung. 


   
Die Vorteile für den Patienten

  • Schnelle Heilung: Der nur 2,5 cm kleine Schnitt bedeutet weniger Wundfläche und weniger Schmerzen.
  • Besserer Schutz: Da der Operateur extrem präzise arbeiten kann, lassen sich wichtige  Nerven oft besser erhalten. Dies schützt den Schließmuskel für die  Kontinenz und schont die Nerven für die Potenz.
  • Kürzerer Aufenthalt: Patienten können das Krankenhaus nach der minimalinvasiven Entfernung oft nach vier bis fünf Tagen verlassen. 

Das DaVinci Single-Port-Operationssystem bei Prostatakrebs:
Präzision und beschleunigte Erholung durch einen einzigen Schnitt


1. Einleitung

Die Diagnose von Prostatakrebs stellt für betroffene Männer und deren Familien einen tiefgreifenden Einschnitt im Leben dar. In Deutschland ist das Prostatakarzinom mit jährlich etwa 74.900 Neuerkrankungen die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Die moderne Uroonkologie bietet heute jedoch hochentwickelte und differenzierte Behandlungsmethoden an, die sich präzise an das jeweilige Krankheitsstadium anpassen lassen. Die deutsche S3-Leitlinie Prostatakarzinom dient hierbei als wissenschaftlicher Kompass für Ärzte und Patienten. Sie zeigt verschiedene Wege auf: von der aktiven Überwachung über die Bestrahlung bis hin zur operativen Entfernung der Vorsteherdrüse.

Müssen Chirurgen die Prostata vollständig entfernen, wählen sie heute meist minimal-invasive, roboterassistierte Verfahren. Diese schonende Operationsmethode schont das umliegende Gewebe und erhält die Lebensqualität. Bislang nutzen urologische Kliniken hierzu vor allem klassische Multi-Port-Systeme, die fünf bis sechs kleine Schnitte in der Bauchdecke des Patienten erfordern.

An führenden Zentren etabliert sich jedoch eine technologische Weiterentwicklung: das da Vinci Single-Port-System (da Vinci SP). Dieses System bündelt alle Instrumente und die Kamera so, dass ein einziger kleiner Schnitt unterhalb des Bauchnabels für die gesamte Operation ausreicht. Dieser Bericht erklärt sachlich, präzise und leicht verständlich, wie diese Technologie funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wie die aktuelle Studienlage aussieht.



2. Meisterwerk der Minimalinvasivität: Wie das Single-Port-System die Chirurgie revolutioniert

Das da Vinci Single-Port-System unterscheidet sich in Aufbau und Funktionsweise grundlegend von den etablierten Multi-Port-Systemen wie dem da Vinci Xi. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) gab das System bereits im Jahr 2018 für urologische Eingriffe frei. Im Januar 2024 erhielt das System die europäische CE-Kennzeichnung für urologische und abdominelle Operationen. Damit hält diese Technologie nun auch in europäischen OP-Sälen Einzug.


  • Funktionsweise des Systems: Der Operateur führt eine hochauflösende 3D-Kamera und drei extrem bewegliche Arbeitsinstrumente durch eine einzige Kanüle ein, die einen Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern besitzt. Der notwendige Hautschnitt ist lediglich zwischen 2,5 und 4 Zentimeter groß. Die Operateure platzieren diesen meist unauffällig knapp unterhalb des Bauchnabels oder in der Bikinizone, was zu einem hervorragenden kosmetischen Ergebnis führt.

  • Beweglichkeit im Körperinneren: Erst nach dem Durchqueren der Bauchdecke entfalten sich die Instrumente im Operationsgebiet wie die Arme einer Krake. Sie besitzen sieben Freiheitsgrade und zwei Gelenke, wodurch sie selbst engste Räume im männlichen Becken millimetergenau erreichen.

  • Präzise Steuerung: Der Chirurg sitzt an einer ergonomischen Konsole und steuert die Bewegungen der Roboterarme mit den Händen und Füßen. Das System übersetzt diese Handbewegungen in Echtzeit, skaliert sie bei Bedarf und gleicht das natürliche Zittern der menschlichen Hand vollständig aus. Der Roboter führt die Schnitte nicht selbstständig aus, sondern der erfahrene Chirurg steuert jeden Schritt präzise über die Konsole.


Durch diese technologische Architektur ermöglicht das System zwei neuartige und besonders schonende Operationswege, die außerhalb der eigentlichen Bauchhöhle liegen:


  • Der extraperitoneale Zugang: Bei dieser Methode erreicht der Chirurg die Prostata, ohne die Bauchhöhle und das schützende Bauchfell (Peritoneum) zu eröffnen. Der Eingriff erfolgt komplett im sogenannten Retzius-Raum hinter dem Schambein. Dies schont die Darmschlingen, senkt das Risiko von Darmverletzungen und verhindert die Entstehung von postoperativen Verwachsungen im Bauchraum.

  • Der transvesikale Zugang: Hierbei führt der Operateur die Instrumente direkt durch die Harnblase zur Prostata. Dieser Weg eignet sich besonders für Patienten, die aufgrund starker Verwachsungen durch frühere Bauchoperationen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen aufweisen.


Wichtige medizinische Meilensteine bei der Erstdiagnose und Behandlung betreffen folgende Fachbegriffe:


  • RARP (Roboterassistierte radikale Prostatektomie): Die operative Entfernung der gesamten Prostata unter Zuhilfenahme eines roboterassistierten Chirurgiesystems.

  • mpMRT (Multiparametrische Magnetresonanztomographie): Ein hochpräzises bildgebendes Verfahren, das die Gewebestruktur der Prostata detailliert darstellt, um tumorverdächtige Areale aufzuspüren.

  • PSA (Prostataspezifisches Antigen): Ein Eiweißstoff, den ausschließlich Zellen der Prostata bilden und dessen Konzentration im Blut als wichtiger Verlaufswert dient.

  • BCR (Biochemisches Rezidiv): Ein erneuter Anstieg des PSA-Werts nach erfolgreicher Erstbehandlung, der auf ein mögliches Wiederauftreten des Krebses hinweist.


3. Der aktuelle Studienstand:

Die klinische Forschung untersuchte das da Vinci Single-Port-System in den letzten drei Jahren intensiv, um die Sicherheit und Wirksamkeit im Vergleich zu den etablierten Multi-Port-Verfahren wissenschaftlich zu belegen. Die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten klinischen Studien und wissenschaftlichen Metaanalysen zeigen folgende Resultate:


  • Gleichwertige Tumorkontrolle: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Gründlichkeit der Tumorentfernung beim Single-Port-System der herkömmlichen Methode in nichts nachsteht. Die Rate an positiven Schnitträndern (das Vorhandensein von Krebszellen am Rand des entnommenen Gewebes) unterscheidet sich nicht signifikant von den Werten der etablierten Multi-Port-Systeme. Eine großangelegte Metaanalyse aus dem Jahr 2026, die Daten von 1.636 Patienten auswertete, bestätigt ein identisches onkologisches Sicherheitsniveau.

  • Geringerer Blutverlust und weniger Schmerzen: Patienten, die mit dem Single-Port-System operiert werden, verlieren während des Eingriffs nachweislich weniger Blut. Zudem berichten die Studien von einer signifikanten Reduktion der postoperativen Schmerzen. Dadurch benötigen die Betroffenen nach der Operation deutlich weniger Schmerzmittel, insbesondere starke Opioide.

  • Schnellere Mobilisation und Entlassung: Da das Gewebetrauma durch den einzelnen Schnitt minimal bleibt, erholen sich die Patienten rascher. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus verkürzt sich deutlich. Viele spezialisierte Zentren entlassen die Patienten bereits nach ein bis zwei Tagen oder führen den Eingriff im Rahmen von ambulanten Erholungsprotokollen durch. Dies reduziert nachweislich das Risiko für postoperative Wundinfektionen oder im Krankenhaus erworbene Keime.

  • Die wegweisende SPARC-Studie (AUA-Kongress 2026): Auf dem Kongress der American Urological Association präsentierten Wissenschaftler die Ergebnisse des Single Port Advanced Research Consortiums mit 2.230 Patienten. Die Studie verglich den transvesikalen (über die Blase) mit dem extraperitonealen (außerhalb des Bauchfells) Single-Port-Zugang. Der transvesikale Zugang bot wesentliche funktionelle Vorteile: Die Patienten erholten sich deutlich schneller von der Operation, der Blasenkatheter konnte früher entfernt werden, und die Betroffenen erlangten ihre Kontinenz wesentlich rascher zurück. Bereits nach sechs Wochen sowie nach drei und sechs Monaten war die Rate der kontinenten Patienten in der transvesikalen Gruppe signifikant höher. Nach einem Jahr glichen sich die Kontinenzraten auf einem sehr hohen Niveau an, während die Tumorkontrolle in beiden Gruppen gleich gut war.

  • Operationszeit und Lernkurve: Die Operationszeit ist beim Single-Port-System im Vergleich zur Multi-Port-Chirurgie geringfügig länger (im Mittel um etwa 10 bis 14 Minuten). Dies führen Experten auf die anspruchsvolle Lernkurve des Operationsteams zurück. Da sich die Instrumente auf engem Raum bewegen, erfordert die Steuerung eine spezielle Ausbildung. In einer im November 2025 veröffentlichten Studie im Journal of Endourology zeigte sich, dass die Kontinenzraten in der ersten Phase der Lernkurve eines Chirurgen noch leicht unter denen der Multi-Port-Systeme liegen können (nach 3 Monaten 47,2% beim da Vinci SP gegenüber 65,9% beim Multi-Port). Dies unterstreicht die Notwendigkeit, einen Operateur mit ausreichender Erfahrung zu wählen.

  • Das Gesamtüberleben (Overall Survival): Daten zum langfristigen Gesamtüberleben (OS) in Jahren und Monaten sind für das da Vinci SP-System bei Prostatakrebs derzeit noch unreif (englisch: not mature). Da das System erst seit wenigen Jahren im klinischen Einsatz ist, reichen die Nachbeobachtungszeiten noch nicht aus, um statistisch verlässliche Aussagen über das Überleben nach 10 oder 15 Jahren zu treffen. Für den Patienten bedeutet dies, dass Langzeitdaten noch ausstehen, was bei medizinischen Innovationen völlig normal ist. Die kurz- und mittelfristige Kontrolle des Tumors (Abwesenheit eines PSA-Rezidivs) zeigt jedoch eine absolute Gleichwertigkeit zu den bewährten Standards.



4. Kliniken die das „DaVinci Single-Port-Operationssystem“ bei Prostatakrebs anbieten

Da das System in Europa erst seit Januar 2024 zugelassen ist, verfügen bislang nur ausgewählte, hochspezialisierte urologische Zentren und Universitätskliniken über diese Technologie. Folgende Einrichtungen im deutschsprachigen Raum bieten das Verfahren derzeit an:


  • Martini-Klinik am UKE (Hamburg, Deutschland): Das international renommierte Prostatakrebszentrum gilt als europäischer Pionier. Hier führte das Team um Chefarzt Prof. Dr. Alexander Haese im Frühjahr 2024 die ersten Prostatektomien mit dem da Vinci SP in Europa durch. Prominente Patienten wie Alexander Hold wählten diesen schonenden Weg.

  • Universitätsmedizin Greifswald (Deutschland): Die urologische Klinik etablierte das Single-Port-System als eine der ersten deutschen Universitätskliniken erfolgreich im klinischen Alltag.

  • Kreiskliniken Herford-Bünde (Herford, Deutschland): Das dortige Universitäre Zentrum für robotische Chirurgie bietet Patienten das gesamte Spektrum der roboterassistierten Chirurgie an und nutzt das Single-Port-System routinemäßig im Lukas-Krankenhaus Bünde.

  • Marien Hospital Herne (Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum): Fortschrittliche Urologie und roboterassistierte Chirurgie über einen einzigen Zugang

  • St. Georg Klinikum (Eisenach, Deutschland): Das zertifizierte Uroonkologische Zentrum betreibt ein hochspezialisiertes da Vinci SP-Programm in der Urologie unter der Leitung von Max Benjamin Oberbeck.

  • Klinikum Aschaffenburg-Alzenau (Aschaffenburg, Deutschland): Die dortige urologische Abteilung nutzt das Single-Port-System seit Dezember 2024 erfolgreich für hochpräzise Eingriffe an der Prostata und der Niere.

  • Diakonie-Klinikum (Stuttgart, Deutschland): Als eines der größten robotischen Zentren in Süddeutschland bietet die urologische Klinik den da Vinci SP an. Hier wird die Methode als wahlärztliche Leistung angeboten.

  • Klinik Oberwart (Burgenland, Österreich): Die urologische Abteilung unter Primarius Dr. Gottfried Pfleger nahm Anfang 2025 den österreichweit ersten da Vinci SP in Betrieb und entfernte erfolgreich die ersten Prostatakarzinome mit diesem System.

  • Luzerner Kantonsspital (LUKS, Schweiz): Die urologische Klinik unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Agostino Mattei installierte das Single-Port-System im April 2024 und wendet es regelmäßig bei Prostatektomien an.



5. Wichtig für den Patienten:

Für betroffene Männer, die eine operative Entfernung der Prostata erwägen, sind folgende Aspekte von zentraler Bedeutung:


  • Individuelle Eignung prüfen: Das Single-Port-Verfahren eignet sich nicht für jeden Patienten. Sehr große Prostatadrüsen, fortgeschrittene Tumorstadien mit notwendiger ausgedehnter Lymphknotenentfernung im Becken oder schwere anatomische Vorerkrankungen erfordern oft weiterhin den Einsatz bewährter Multi-Port-Systeme.

  • Klären der Kostenübernahme: Die Behandlung mit dem da Vinci SP-System stellt in manchen Kliniken eine medizinische Wahlleistung dar, die mit einer persönlichen Eigenbeteiligung verbunden sein kann. Patienten müssen die genauen Bedingungen vorab mit der Klinik und ihrer Krankenkasse klären.

  • Erfahrung des Operateurs geht vor Technik: Die deutsche S3-Leitlinie Prostatakarzinom betont, dass das gewählte Operationsverfahren für das funktionelle und onkologische Ergebnis weniger entscheidend ist als die persönliche Erfahrung des Chirurgen. Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung von mindestens 50 Prostatektomien in einer Einrichtung pro Jahr sowie mindestens 25 pro Operateur.

  • Psychoonkologische Unterstützung nutzen: Die S3-Leitlinie zur Psychoonkologie empfiehlt, bei seelischer Belastung durch die Krebsdiagnose frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein schmerzarmes Verfahren mit diskreter Narbe erleichtert die psychische Krankheitsverarbeitung und beschleunigt die Rückkehr in den Alltag.

  • Anschlussheilbehandlung und Beckenbodentraining: Der Patient beantragt die Anschlussrehabilitation idealerweise noch während des Krankenhausaufenthalts. Diese Anschlussheilbehandlung sollte spätestens zwei Wochen nach der Entlassung beginnen. Das urologische Team empfiehlt, bereits vor dem Eingriff mit speziellem Beckenbodentraining zu starten, um die Kontinenz nach dem Eingriff rasch wiederherzustellen. Moderate Bewegungstherapie schützt zudem vor den Folgen einer eventuellen Hormonentzugstherapie, wie es auch die S3-Leitlinie zur Supportiven Therapie vorschreibt.

  • Komplementärmedizinische Begleitung: Die S3-Leitlinie Komplementärmedizin empfiehlt begleitende naturheilkundliche Maßnahmen wie Entspannungstechniken oder eine moderate Bewegungstherapie, um Nebenwirkungen zu lindern und das Wohlbefinden aktiv zu steigern.



6. Fazit für Patienten & ein Ausblick auf die Zukunft

Das da Vinci Single-Port-Operationssystem stellt einen bedeutenden technologischen Fortschritt in der Behandlung des Prostatakarzinoms dar. Durch die Reduzierung der Zugänge auf einen einzigen, kleinen Schnitt gelingt es Chirurgen, die körperliche Belastung für den Patienten weiter zu senken, Schmerzen zu minimieren und die Genesungszeit zu verkürzen – ohne dabei Abstriche bei der onkologischen Sicherheit machen zu müssen. Die kosmetischen Ergebnisse sind hervorragend, und innovative Zugangswege wie die extraperitoneale oder transvesikale Operation bieten maßgeschneiderte Lösungen für schwierige anatomische Voraussetzungen.

Der Ausblick in die Zukunft zeigt, dass sich die roboterassistierte Chirurgie rasant weiterentwickelt. Systeme der neuesten Generation, wie das kürzlich vorgestellte da Vinci 5-Multi-Port-System, integrieren fortschrittliche Sensoren, die dem Chirurgen eine spürbare Rückmeldung über den Gewebewiderstand geben. Diese Technologie wird die Gewebeschonung in den kommenden Jahren noch weiter verfeinern. Unabhängig von allen technischen Innovationen bleibt jedoch die urologische Expertise und das vertrauensvolle Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patienten das wichtigste Fundament für eine erfolgreiche Genesung.



„Das kleine Lexikon“ - Medizinische Begriffe einfach erklärt:

  • „Active Surveillance (Aktive Überwachung)“ - Ein kontrolliertes Zuwarten bei Prostatakrebs mit niedrigem Risiko, bei dem Ärzte den Tumor engmaschig untersuchen und erst bei Anzeichen eines Wachstums behandeln.

  • „Anschlussheilbehandlung (AHB)“ - Eine medizinische Rehabilitation, die sich direkt an den Krankenhausaufenthalt nach der Krebsoperation anschließt, um die Genesung des Patienten zu unterstützen.

  • „Beckenbodentraining“ - Ein gezieltes körperliches Training zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, um die Harnkontrolle nach einer Operation zu verbessern.

  • „Biochemisches Rezidiv (BCR)“ - Ein erneutes Ansteigen des PSA-Werts im Blut nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung, was auf ein Wiederauftreten des Tumors hindeuten kann.

  • „CE-Kennzeichnung“ - Ein europäisches Prüfsiegel, das die Sicherheit und Konformität eines medizinischen Geräts mit den gesetzlichen Richtlinien der Europäischen Union bestätigt.

  • „da Vinci Single-Port-System (da Vinci SP)“ - Ein roboterassistiertes Operationssystem, das komplexe Eingriffe über einen einzigen, kleinen Hautschnitt ermöglicht.

  • „Extraperitonealer Zugang“ - Ein chirurgischer Weg zur Prostata, bei dem der Arzt außerhalb des Bauchfells operiert, um die inneren Bauchorgane zu schonen.

  • „FDA (Food and Drug Administration)“ - Die staatliche Zulassungsbehörde für Lebens- und Arzneimittel in den USA, die Medizinprodukte auf Sicherheit und Wirksamkeit prüft.

  • „Gleason-Score“ - Ein Bewertungssystem zur Bestimmung der Aggressivität von Krebszellen anhand ihres feingeweblichen Musters unter dem Mikroskop.

  • „Harninkontinenz“ - Der ungewollte Verlust von Urin, der nach einer Prostataentfernung vorübergehend oder dauerhaft auftreten kann.

  • „Lernkurve“ - Der Zeitraum und die Anzahl der durchgeführten Operationen, die ein Chirurg benötigt, um eine neue Operationstechnik sicher und routiniert zu beherrschen.

  • „Minimal-invasiv“ - Ein Begriff für besonders schonende Operationsverfahren, die nur kleinste Schnitte in der Haut erfordern.

  • „mpMRT (Multiparametrische Magnetresonanztomographie)“ - Ein hochpräzises bildgebendes Verfahren, das die Gewebestruktur der Prostata detailliert darstellt, um tumorverdächtige Areale aufzuspüren.

  • „Multi-Port-System (MP)“ - Ein herkömmliches Roboter-Operationssystem, das mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke benötigt, um Kamera und Instrumente einzuführen.

  • „Overall Survival (OS / Gesamtüberleben)“ - Der Zeitraum von der Krebsdiagnose oder dem Beginn einer Therapie bis zum Tod des Patienten durch eine beliebige Ursache.

  • „Peritoneum (Bauchfell)“ - Eine dünne Gewebeschicht, die die Bauchhöhle auskleidet und die inneren Organe schützt.

  • „PSA (Prostataspezifisches Antigen)“ - Ein Eiweißstoff, den ausschließlich Zellen der Prostata bilden und dessen Konzentration im Blut als wichtiger Verlaufswert dient.

  • „RARP (Roboterassistierte radikale Prostatektomie)“ - Die vollständige operative Entfernung der Prostatadrüse samt Samenblasen unter Zuhilfenahme eines Operationsroboters.

  • „Retzius-Raum“ - Ein schmaler anatomischer Spaltraum hinter dem Schambein, der außerhalb des Bauchfells liegt.

  • „S3-Leitlinie“ - Eine medizinische Behandlungsrichtlinie der höchsten Qualitätsstufe, die Ärzten und Patienten wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für die Therapie bietet.

  • „Transvesikaler Zugang“ - Ein operativer Weg, bei dem der Chirurg die Instrumente durch die Harnblase führt, um direkt an die Prostata zu gelangen.


Stand: 07/2026

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