Platinbasierte Chemotherapeutika
bei Prostatakrebs
Eine platinbasierte Chemotherapie ist kein Standard in der Erstbehandlung von Prostatakrebs. Der medizinische Standard für eine Chemotherapie beim Prostatakarzinom basiert auf Wirkstoffen aus der Gruppe der Taxane (wie Docetaxel oder Cabazitaxel).
Unter bestimmten Bedingungen und in fortgeschrittenen Stadien kommt eine platinbasierte Therapie (mit Wirkstoffen wie Carboplatin oder Cisplatin) jedoch als zielgerichtete Spezialoption zum Einsatz.
Wann wird eine platinbasierte Chemotherapie eingesetzt?
- Neuroendokrines oder kleinzelliges Prostatakarzinom (NEPC / AVPC): Dies ist eine seltene, sehr aggressive Variante des Prostatakrebses, die kaum PSA produziert und nicht auf Hormontherapien anspricht. Hier ist die Kombination aus Platin und Etoposid der Therapiestandard.
- Genetische Mutationen (BRCA1 / BRCA2): Patienten, deren Tumorzellen Defekte in den DNA-Reparaturgenen (wie BRCA) aufweisen, sprechen nachweislich besonders gut auf platinhaltige Medikamente an.
- Kastrationsresistentes Stadium (mCRPC): Wenn der Tumor trotz Hormonentzug und Standard-Chemotherapien (Taxanen) weiter wächst, kann Platin (oft in Kombination mit Cabazitaxel) als spätere Therapielinie (Off-Label-Use) erwogen werden.
Typische Kombinationen und Medikamente
Carboplatin + Etoposid (häufigste Kombination bei aggressiven Varianten)
Cisplatin + Etoposid
Carboplatin + Cabazitaxel (fortgeschrittenes, hormonresistentes Stadium)
Carboplatin
Carboplatin beim Prostatakarzinom: Ein verständlicher Leitfaden
Meta-Treff.de | Wissen für Patienten - 22.06.2026