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Neues PCWG4-Begriffssystem
APM-Stadien beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom

APMn, APMe, APMs und APMr

  • APMn (APM-naive / APM-naiv): Der Patient hat noch nie eine hormonelle Therapie erhalten, die den Androgensignalweg blockiert (wie die klassische Hormonentzugstherapie ADT oder moderne ARPI-Wirkstoffe wie Enzalutamid oder Abiraterone). 
  • APMe (APM-exposed / APM-exponiert): Der Patient wurde bereits mit einer APM-Therapie behandelt. Dieser Begriff sagt noch nichts darüber aus, ob der Tumor darauf anspricht oder weiterwächst. 
  • APMs (APM-sensitive / APM-sensitiv): Der Krebs spricht gut auf die Hormontherapie an und die Erkrankung wird kontrolliert. Dies entspricht dem früheren Begriff des „hormon-“ oder „kastrationssensitiven“ Prostatakarzinoms (HSPC/CSPC). 
  • APMr (APM-resistant / APM-resistent): Der Tumor wächst trotz der hormonellen Blockade weiter. Dies ersetzt den früheren Begriff des „kastrationsresistenten“ Prostatakarzinoms (CRPC).
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information.
Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie jede diagnostische oder therapeutische Entscheidung mit Ihrem behandelnden Arzt. Verändern Sie niemals eigenmächtig Ihre Therapie!

⚠️ Wichtiger Hinweis: Ich bin Patient, kein Arzt.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und dient rein der Information. Bitte beachten Sie den wichtigen Haftungsausschluss im Impressum.

Stand: November 2026 

Die moderne Nomenklatur
der Prostate Cancer Working Group 4 (PCWG4)
zur Beschreibung fortgeschrittener Prostatakarzinom-Stadien

Die Prostate Cancer Working Group 4 (PCWG4) hat 2026 aktualisierte Empfehlungen zur Gestaltung und Auswertung klinischer Studien beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom veröffentlicht. Ein zentraler Bestandteil ist eine neue, patientenorientiertere und biologisch präzisere Nomenklatur. Sie ersetzt die älteren Begriffe „hormonsensitiv“ bzw. „kastrationssensitiv“ (HSPC/CSPC) und „hormonresistent“ bzw. „kastrationsresistent“ (HRPC/CRPC).

Der Hintergrund: Viele Patienten und Ärzte empfanden die Begriffe „kastrationssensitiv“ oder „kastrationsresistent“ als unangenehm oder missverständlich. Zudem spiegelten sie die heutige Therapievielfalt nur unzureichend wider. Heute kommen nicht nur klassische Androgen-Deprivations-Therapien (ADT, z. B. GnRH-Analoga oder Orchiektomie), sondern auch Androgen-Rezeptor-Pathway-Inhibitoren (ARPIs wie Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid, Darolutamid) und weitere, neuere Substanzen zum Einsatz, die den Androgen-Signalweg beeinflussen.

PCWG4 führt deshalb den Überbegriff Androgen Pathway Modulation (APM) ein. APM umfasst Therapien, die die Androgenproduktion oder die Androgenrezeptor-Signalgebung hemmen oder modulieren. Dazu gehören ADT und ARPIs sowie in Zukunft möglicherweise weitere Wirkstoffklassen (z. B. Androgenrezeptor-Degrader).

Die neuen Begriffe beschreiben den Status eines Patienten in Bezug auf diese Therapien genauer und setzen voraus, dass man immer angibt, welche Bildgebung (konventionell mit CT/MRT/Knochenszintigraphie oder Next-Generation-Imaging wie PSMA-PET) zugrunde liegt, welche Vortherapien erfolgt sind und ob genetische oder andere Biomarker bekannt sind.


Die Kernbegriffe: APMn, APMe, APMs und APMr

  • APMn (APM-naiv / APM-naive)
    Der Patient hat noch nie eine APM-Therapie (ADT und/oder ARPI) erhalten. Man spricht bewusst nicht von „sensitiv“, solange die Therapie noch nicht begonnen wurde. Nicht alle Patienten sprechen gleich gut auf hormonelle Therapien an. Der Begriff „naiv“ beschreibt daher den Ausgangspunkt neutral und ohne Vorannahme über das Ansprechen.
  • APMe (APM-exposed / APM-exponiert)
    Der Patient hat bereits eine APM-Therapie erhalten. Dieser Begriff sagt allein noch nichts darüber aus, ob der Tumor angesprochen hat oder fortgeschritten ist. Er beschreibt lediglich die Exposition.
  • APMs (APM-sensitiv / APM-sensitive)
    Der Tumor zeigt unter laufender oder vorangegangener APM-Therapie einen klinischen Nutzen bzw. eine Krankheitskontrolle (z. B. PSA-Abfall, stabile oder rückläufige Bildgebung, Symptomkontrolle). Die genauen Kriterien und der Behandlungssetting müssen angegeben werden.
  • APMr (APM-resistent / APM-resistant)
    Der Tumor schreitet unter fortgesetzter APM-Therapie fort, obwohl der Testosteronspiegel weiterhin im Kastrationsbereich liegt. Die Resistenz sollte möglichst an das konkrete Medikament und die Situation gekoppelt werden und nicht pauschal auf alle APM-Substanzen übertragen werden. Man unterscheidet primäre Resistenz (keine initiale Wirkung) und erworbene Resistenz (zunächst Ansprechen, später Fortschreiten). Ein erneuter Versuch mit einem APM nach einer Pause (Rechallenge) ist möglich, muss aber klar beschrieben werden.


Diese Begriffe können mit „m“ (metastasiert) oder „nm“ (nicht-metastasiert) kombiniert werden. Entscheidend ist, dass immer die verwendete Bildgebung genannt wird, weil PSMA-PET deutlich mehr Läsionen finden kann als die konventionelle Bildgebung.



Die metastasierten Varianten: mAPMn, mAPMe, mAPMs und mAPMr

  • mAPMn (metastasiertes APM-naives Prostatakarzinom)
    Metastasen sind (nach der jeweils angegebenen Bildgebung) nachweisbar, und der Patient hat noch keine APM-Therapie erhalten. Dies entspricht weitgehend dem früheren mHSPC/mCSPC in der Situation vor Therapiebeginn.
  • mAPMe (metastasiertes APM-exponiertes Prostatakarzinom)
    Metastasen liegen vor, und der Patient hat bereits eine APM-Therapie erhalten. Ob der Tumor aktuell noch anspricht oder bereits resistent ist, wird damit noch nicht ausgesagt.
  • mAPMs (metastasiertes APM-sensitives Prostatakarzinom)
    Metastasen sind vorhanden, und der Tumor spricht auf die APM-Therapie an bzw. wird dadurch kontrolliert. Dies entspricht dem früheren mHSPC/mCSPC unter laufender oder erfolgreicher hormoneller Therapie.
  • mAPMr (metastasiertes APM-resistentes Prostatakarzinom)
    Metastasen sind vorhanden, und der Tumor schreitet unter APM-Therapie fort. Dies entspricht dem früheren mCRPC. PCWG4 empfiehlt, hier die konkreten Vortherapien anzugeben (z. B. nach ARPI, nach Taxan, nach PSMA-Radioligandentherapie), statt nur von „Erstlinie“ oder „Zweitlinie“ zu sprechen.

Analog gibt es nmAPMn, nmAPMs und nmAPMr für die nicht-metastasierten Situationen (ebenfalls immer mit Angabe der Bildgebung).



Warum diese Änderung?

Die ältere Einteilung orientierte sich stark am Testosteronspiegel und der klassischen ADT. Heutige Therapien greifen den Androgen-Signalweg an verschiedenen Stellen an. Zudem soll die Sprache patientenfreundlicher werden und nicht den Eindruck einer „Kastration“ erwecken. Gleichzeitig wird die Beschreibung präziser: Man gibt an, welche Therapie bereits gelaufen ist, ob sie gewirkt hat und mit welcher Bildgebung Metastasen definiert wurden. Zusätzlich sollen Genotyp (Keimbahn- und somatische Veränderungen), Phänotyp, Symptome und Metastasierungsmuster dokumentiert werden.

Die Nomenklatur ist primär für die Planung und Auswertung klinischer Studien gedacht. Sie findet aber bereits Eingang in Zulassungen und Kongressberichte (z. B. bei Studien zu PSMA-Radioligandentherapie in früheren Krankheitsstadien). Die deutschen S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom (Version 8.0, 2025) verwenden zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung noch die etablierten Begriffe mHSPC und mCRPC. Eine Übernahme der PCWG4-Terminologie in die klinische Routine und in Leitlinien wird sich voraussichtlich schrittweise vollziehen.



Praktische Bedeutung für Patienten

Für den einzelnen Patienten ändert sich an der Therapieentscheidung durch die neue Bezeichnung allein nichts. Die Entscheidung hängt weiterhin von Stadium, Vortherapien, genetischen Befunden, Allgemeinzustand, Symptomen und den Ergebnissen der Bildgebung ab. Die neue Sprache hilft jedoch, in Studien und Berichten klarer zu machen, über welche Patientengruppe gesprochen wird. Das erleichtert den Vergleich von Studienergebnissen und die Übertragung auf den individuellen Fall.

Wichtig bleibt: Eine Resistenz gegenüber einem bestimmten APM bedeutet nicht automatisch, dass alle anderen APM-Substanzen wirkungslos sind. Ebenso bedeutet „sensitiv“ nicht, dass die Wirkung unbegrenzt anhält. Fast alle metastasierten Erkrankungen schreiten irgendwann fort. Die neuen Begriffe beschreiben den aktuellen Status präziser, ersetzen aber keine individuelle ärztliche Einschätzung und keine gemeinsamen Therapieentscheidungen.

Die Datenlage zur langfristigen klinischen Anwendung der neuen Nomenklatur außerhalb von Studien ist noch begrenzt, da die Empfehlungen erst 2026 veröffentlicht wurden. Weitere Erfahrungen und Anpassungen in Leitlinien und Praxis sind zu erwarten.




📖 „Das kleine Lexikon“ – Medizinische Begriffe einfach erklärt

  • ADT (Androgen-Deprivations-Therapie): Behandlung, die den Testosteronspiegel stark senkt (medikamentös oder durch Entfernung der Hoden).
  • APM (Androgen Pathway Modulation): Überbegriff für Therapien, die den Androgen-Signalweg beeinflussen (ADT und/oder ARPIs und ggf. neuere Substanzen).
  • ARPI (Androgen Receptor Pathway Inhibitor): Medikamente wie Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid oder Darolutamid, die den Androgenrezeptor oder die Androgenproduktion hemmen.
  • m (metastasiert): Nachweis von Absiedlungen (Metastasen) außerhalb der Prostata und der regionalen Lymphknoten.
  • nm (nicht-metastasiert): Keine Metastasen nach der jeweils verwendeten Bildgebung nachweisbar.
  • PCWG4: Prostate Cancer Working Group 4 – internationale Expertengruppe, die Empfehlungen für klinische Studien beim Prostatakarzinom erarbeitet.
  • PSA: Prostata-spezifisches Antigen, Blutwert, der zur Verlaufskontrolle genutzt wird.
  • PSMA-PET: Positronen-Emissions-Tomographie mit einem Tracer, der an das Prostata-spezifische Membranantigen bindet; hochempfindliche Bildgebung.
  • rPFS (radiographic Progression-Free Survival): Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung in der Bildgebung oder bis zum Tod.
  • Testosteron im Kastrationsbereich: Sehr niedriger Testosteronspiegel (üblicherweise < 50 ng/dl bzw. < 1,7 nmol/l), wie er unter ADT erreicht wird.

📚 Wissenschaftliche Quellen und Studienachweise

  • Armstrong AJ et al. Trial Design and Objectives for Patients With Prostate Cancer: Recommendations From the Prostate Cancer Working Group 4. J Clin Oncol. 2026;44(13):1249-1265. (bzw. DOI 10.1200/JCO-25-02834). Verwendung im Text: Primärquelle der PCWG4-Empfehlungen und der neuen APM-Nomenklatur. Referenz/Quelle: Journal of Clinical Oncology, 2026.
  • Zusammenfassung und Erläuterung der Terminologie (APMn, APMe, APMs, APMr) in patientenverständlicher Form. Verwendung im Text: Detaillierte Definitionen und Abgrenzung zu älteren Begriffen. Referenz/Quelle: AnCan-Zusammenfassung der PCWG4-Empfehlungen (Oktober 2026), basierend auf der JCO-Publikation.
  • Mapping früherer PCWG3-Begriffe auf die neue PCWG4-Nomenklatur und Hinweise zur Bildgebung. Verwendung im Text: Gegenüberstellung alter und neuer Bezeichnungen sowie Bedeutung der Bildgebung. Referenz/Quelle: Armstrong AJ et al., J Clin Oncol 2026 sowie begleitende Fachdarstellungen (u. a. Urology Times, UroToday 2026).
  • S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 8.0 (Juli 2025). Verwendung im Text: Feststellung, dass die deutschen Leitlinien zum Veröffentlichungszeitpunkt noch die traditionellen Begriffe verwenden. Referenz/Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF), AWMF-Registernummer 043-022OL.
  • Kongress- und Studienberichte 2026 (ASCO GU, ESMO u. a.), die die neue Terminologie bereits verwenden (z. B. PSMAddition-Studie). Verwendung im Text: Hinweis auf beginnende Anwendung in Studien und Zulassungen. Referenz/Quelle: Original-Abstracts und Berichte von ASCO GU 2026 sowie ESMO/Lancet-Berichten 2026.


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